Die Algerische Rennmaus (Gerbillus nanus) steht seit dem 1. Juli 2024 auf der niederländischen Liste der zulässigen Haustiere. Das bedeutet, dass die Haltung und der Handel mit dieser Art theoretisch erlaubt ist. Sie mag zwar wie ein gängiges Haustier klingen, ist aber in der Praxis im Bereich der Heimtierhaltung kaum als typisches Haustier zu bezeichnen .
Diese Art ist im regulären Handel in der Regel nicht oder nur schwer erhältlich , und es gibt in den Niederlanden kaum praktische Erfahrungen mit ihrer Haltung als Haustier. Daher dient diese Seite in erster Linie als theoretischer Leitfaden , basierend auf allgemeinen Kenntnissen über Gerbillus-Arten und verantwortungsvoller Grundhaltung (Unterbringung, Substrat, Sand, Futter und Beschäftigungsmöglichkeiten).
Sie wünschen sich eine Rennmaus als echtes Haustier und möchten dabei auf fundiertes praktisches Wissen zurückgreifen? Dann sollten Sie die Mongolische Rennmaus in Betracht ziehen oder sich zunächst über Rennmäuse informieren (Übersicht) . Spezialist seit 2011.
Algerische Rennmaus als Haustier (Gerbillus nanus)
Direkt zum Rennmaus-Shop (nützlich für Einrichtung & Grundausstattung): Rennmäuse (alles) · Rennmauskäfige & Terrarien · Rennmaussubstrat · Rennmausfutter & Ernährung
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Merkmale der algerischen Rennmaus
Kopf-Rumpf: ± 6–10 cm • Schwanz: ± 8–14 cm
Aktiv • Aufmerksam • Oft mobil und schnell
Trockene (Halb-)Wüstengebiete in Nordafrika bis Westasien
Viele Gerbillus-Arten sind dämmerungs- und nachtaktiv . In der heimischen Terrarienhaltung wird man sie daher am häufigsten am frühen Abend und später am Tag beobachten können.
Praktische Erwartung: Keine Stofftiere. Falls es doch zu Berührungen kommt, geschieht dies in der Regel im eigenen Tempo des Tieres und in kurzen, ruhigen Interaktionen.
Zusammenhalt: Theorie und interessante Punkte
In freier Natur leben verschiedene Gerbillus-Arten oft nahe beieinander, doch Revierkämpfe und Spannungen zwischen den Arten können eine Rolle spielen. Sollten Sie diese Art jemals halten, sind ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit besonders wichtig.
- Oft wird von einem stabilen Paar oder einer kleinen Gruppe ausgegangen, die sich von klein auf aneinander gewöhnt hat (z. B. Wurfgeschwister).
- Die Eingewöhnung von ausgewachsenen Tieren ist schwieriger; gehen Sie dabei nur mit Erfahrung vor und halten Sie immer einen Plan B (ein zusätzliches Gehege) bereit.
- Wenn Sie keine Würfe möchten: Wählen Sie eine Gruppe gleichgeschlechtlicher Tiere (auch hier gilt: Beobachten Sie das Verhalten kritisch).
Bei ernsthaften Unruhen oder Verletzungen ist die Scheidung die sicherste Option.
Unterkunft & Abmessungen
Ein Terrarium oder Aquarium aus Glas mit einem gut schließenden Gitterdeckel ist in der Regel am praktischsten. Drahtkäfige sind oft weniger geeignet, da Substrat herausgewirbelt wird und leichter Zugluft entsteht.
- 2 Tiere: Mindestmaße 80 × 40 × 40 cm (L × B × H)
- Gruppe: Größer planen (120 × 60 × 60 cm sind ein guter Richtwert)
- Abdeckung: immer, denn Rennmäuse können gut springen und klettern.
Stellen Sie das Terrarium an einen ruhigen Ort (ohne direkte Sonneneinstrahlung, ohne Zugluft). Halten Sie die Temperatur konstant und vermeiden Sie schnelles Abkühlen in der Nacht.
Bodenbedeckung: Ausheben als Grundlage
Rennmäuse sind wahre Gräber. Eine dicke Substratschicht, die das Graben ermöglicht, eignet sich gut als Ausgangspunkt. Eine Mischung bietet oft mehr Struktur und Stabilität.
- Vorzugsweise sollte eine staubarme Einstreu gewählt und Strukturmaterial (z. B. Heu/Stroh/Papier) hinzugefügt werden.
- Für das Nest: Heu, Stroh, Taschentücher oder zerkleinertes Papier.
- Vermeiden Sie „Baumwollwolle/Baumwollfasern“ und lose, faserige Textilien (die Beine können sich verfangen).
Praktisch: Schwere Dekorationen (Steine, Keramik) sollten immer auf den Boden gelegt und dann mit Bodendeckern abgedeckt werden, damit beim Graben darunter nichts verrutschen kann.
Sand(zone): Fellpflege & natürliches Verhalten
Rennmäuse nutzen Sandflächen häufig zum Wälzen, Putzen und Spielen. Wie wichtig dies für diese Tierart in der Heimtierhaltung ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen – aber eine geräumige Sandfläche gehört in der Praxis für viele Rennmaushalter zur Grundausstattung.
- Verwenden Sie geeigneten Badesand (trocken und sauber). Manche Besitzer bevorzugen feinen Badesand, andere Wüstensand als festeren Sandbereich.
- Gestalten Sie den Sandbereich großzügig: Als Richtwert sollte ein Drittel des Geheges als Sandbereich dienen.
- Pflegehinweise: Wöchentlich sieben, nasse Stellen entfernen und bei Bedarf auffüllen.
Ernährung: fettarm als Ausgangspunkt
Viele Wüstenbewohner sind an eine relativ karge Ernährung angepasst. Eine vollwertige Rennmausnahrung ist ein guter Ausgangspunkt, ergänzt durch kleine Mengen an Futter. Der genaue Bedarf kann je nach Art und Individuum variieren, daher sollten Gewicht und Verhalten genau beobachtet werden.
- Vermeiden Sie fettreiche Mischungen; geben Sie energiereiche Samen und Kerne nur in Maßen.
- Grünes Gemüse: kleine Mengen (z. B. Blattgemüse, Paprika, ein kleines Stück Karotte). Die Menge allmählich steigern.
- Obst: sparsam.
- Tierisches Eiweiß : ein paar Mal pro Woche (z. B. Grillen/Heuschrecken/Büffel; Mehlwürmer nur gelegentlich).
Wasser: Bieten Sie immer Wasser in einer Trinkflasche oder einem schweren Keramik-Wassernapf an (stabil, nicht leicht umzustoßen).
Ausstattung & Beschäftigungsmöglichkeiten: Tunnel, Klettermöglichkeiten und Futtersuche
Rennmäuse sind oft neugierig und energiegeladen. Gestalten Sie ihren Lebensraum so, dass sie verschiedene Möglichkeiten haben: buddeln, verstecken, klettern und suchen. Halten Sie Veränderungen klein und überschaubar.
- Versteckmöglichkeiten: Mehrere Häuser/Höhlen, sodass jedes Tier einen Platz zum Verstecken hat.
- Tunnel und Röhren: aus sicherem Material (Keramik, Holz, robustem Kunststoff) und stets stabil positioniert.
- Nahrungssuche: Futter (teilweise) verstreuen, Futterspielzeug verwenden und Verstecke im Sand anlegen.
- Laufrad: Wählen Sie ein Vollrad (ohne Stege) und eine Führungsgröße von etwa Ø 25 cm .
Variieren Sie, aber ändern Sie nicht alles auf einmal. Kleine Anpassungen sorgen für Abwechslung, ohne Unruhe zu stiften.
Pflege und Handhabung
Rennmäuse sollten generell nicht häufig angefasst werden. Wenn Sie dennoch Kontakt zu ihnen aufbauen möchten, sind Ruhe, Routine und Belohnungen meist die besten Methoden.
- Gewöhnen Sie sie an Ihre Hand im Gehege (möglicherweise mit einem kleinen Stück Futter).
- Vorzugsweise von unten aufheben (Hände, die über dem Kopf gehalten werden, wirken oft bedrohlich).
- Verwenden Sie gegebenenfalls ein Rohr/Glas, um es sicher zu transportieren.
- Niemals am Schwanz anheben ; der Schwanz könnte beschädigt werden.
- Täglich: Nest/Vorräte auf feuchte Futterreste überprüfen und entfernen.
- Wöchentlich: Sand sieben, nasse Stellen auskratzen, Behälter reinigen.
- Regelmäßig: Das Substrat teilweise austauschen (nicht alles auf einmal, vertraute Duftbereiche beibehalten).
- Nur weil etwas „erlaubt“ ist, heißt das nicht automatisch, dass es für das Hobby geeignet oder üblich ist.
- Bei gegenseitiger Aggression, Verletzungen oder Anzeichen von längerfristigem Stress: sofort trennen und Rat einholen.